Und täglich grüßt das Murmeltier!

Seit ein paar Tagen weht ein neuer Shitstorm bezüglich der Methodik einer Hundetrainerin/Psychologin durch die Weiten des Internets.
Ausschlaggebend ist ein Sendeformat des ZDF, dass offensichtlich den privaten Fernsehsendern in nichts nachstehen möchte.

In Windeseile haben sich die Kollegen zusammengerottet, es wurden Petitionen ausgeschrieben, weil die Methodik der Dame aus deren Sicht nicht Gewaltfrei ist. Ich habe mir die Sendung angeschaut und ich muss sagen, mein Stil ist es definitiv nicht. Weder im Umgang mit dem Hund, geschweige denn, was den  Umgang mit den Haltern, also den Kunden angeht

Nun ja, ich halte mich aus den gängigen Diskussionen heraus, weil ich aus meiner Erfahrung weiß, dass Hundeerziehung nicht immer nur Schwarz oder Weiß ist. Also nicht entweder Wattebäusche werfen oder Hunde misshandeln!
Und um die Methodik soll es auch nicht gehen, es geht darum, welchen Einfluss der Hundehalter auf die Methodik des Trainers hat.

Sie als Hundehalter haben es doch in der Hand, oder nicht?

Also was können bzw. sollten Sie tun??
Ein sinnvoller Schritt wäre vielleicht, sich nicht erst dann um Hilfe zu bemühen, wenn ein Problem droht zu eskalieren oder wenn das Kind bzw. der Hund in den Brunnen gefallen ist. Auch ich mache die Erfahrung, dass sich Interessierte bei mir melden und sich informieren. Dann höre ich eine ganze Weile gar nichts und manchmal kommt es erst nach Wochen oder Monaten zu einem Anamnesetermin, nämlich meistens dann, wenn es richtig geknallt hat!
Informieren Sie sich wie der- oder diejenige mit dem Hund-Halter-Team arbeitet!

Natürlich kann man das nur nach einem persönlichen Treffen oder einem Probetraining einschätzen. Aber man kann vorab ein paar grundlegende Dinge für sich, als Hundehalter, festlegen:

  1.  möchte ich, dass mit Druck, aversiven Methoden oder Starkzwangmitteln gearbeitet wird.
  2.  will ich als Hundehalter, dass der Trainer meinen Hund bedroht, einschüchtert reizt, oder dem Hund gegenüber körperlich wird?
  3.  ist es dem Trainer wichtiger am Vertrauensverhältnis zwischen Hund und Halter und  an der Orientierung zu arbeiten?
  4. bin ich als Halter bereit, an mir und meinen Defiziten zu arbeiten und nicht nur an denen des Hundes?

Natürlich möchte jeder Kunden schnelle Ergebnisse und Erfolge sehen, wer möchte das, wenn er eine solche Dienstleistung, die ja nun auch Geld kostet, in Anspruch nimmt, nicht? Ich halte mit meinen Kunden immer kurzfristige und langfristige Ziele fest und das aus gutem Grund. Viele Hundehalter sind verzweifelt, haben schon zig Dinge selber ausprobiert, viel Geld für Fachliteratur ausgegeben und aus ihrer Sicht hat nichts geholfen. Die Menschen sind einfach nur noch frustriert. Dass, das nicht besonders förderlich für die emotionale Beziehung zwischen Hund und Halter ist, muss ich wohl nicht näher beleuchten. Also müssen schnelle Erfolgserlebnisse her, damit der Halter motiviert ist und Spaß daran hat, mit seinem Hund und auch mit dem Trainer zu arbeiten. Das gilt natürlich auch im gleichen Maße für den Hund!
Langfristige Ziele sind anstrengend und mühsam, zudem sind sie oft von einem stetigen auf und ab im Trainingsverlauf  gekennzeichnet.
Es gibt eben Tage, da läuft alles prima und an anderen Tagen, fällt Hund oder Mensch in alte Verhaltensmuster zurück. Ja, aber so ist das eben im Leben. Man muss sich Dinge eben erarbeiten und wenn man einen Konflikt mit seinem Hund hat, muss man ihn lösen. Von nix, kütt nix, so einfach ist das!!!

Der wichtigste Schritt ist aber, wenn man als Kunde mit etwas nicht einverstanden ist, sei es mit der Trainingsart oder den Fortschritten beim Training, sagen Sie es an der richtigen Stelle!!!
Ich bitte meine Kunden ausdrücklich darum, mich zu kritisieren. Ohne Kritik kann sich niemand weiterentwickeln, im schlimmsten Fall wägt man sich als Trainer in der Sicherheit, dass das was man macht, richtig ist und Gefallen hat.

Denn eines ist Fakt:
Es gibt nicht DEN Trainer, Verhaltenstherapeuten, Psychologen, Flüsterer oder was auch immer. Genauso wenig gibt es DIE Methode!!
Warum?? Weil alles immer von unterschiedlichen Parametern, Personen bzw. Hunden abhängt. Niemand hat Patentrezepte, niemand kann Wunder bewirken, kein Trainer ist eine Eier legende Wollmilchsau!!!

Hören Sie auf Ihren Bauch und auf Ihr Herz:
Für ein erfolgreiches Training ist es wichtig, dass Sie Ihrem Hundetrainer/in vertrauen. Die Chemie zwischen Ihnen beiden und Ihre gemeinsame Einstellung zum Hund muss stimmen. Sie müssen bereit sein, Kritik anzunehmen, umzulernen und neu zu lernen. Ebenso muss der Trainer bereit sein, wenn Sie ihm sagen, dass sie etwas nicht umsetzen können oder Ihnen etwas Schwierigkeiten bereitet, seine eigenen Ansätze zu hinterfragen und  sich gg300316_143137005785167_100002666041851_198486_2005683309_nf. neu einzulassen.
Und aus meiner Sicht ist es eben genau das, was eine gute Kunden/Trainerbeziehung ausmacht:
Man lässt sich aufeinander ein! Auf die Menschen, deren Möglichkeiten und Kompetenzen, ebenso auf den jeweiligen Hund. Mit allem was dazugehört.

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